Konjunktur

Für Wirtschaft und Politik ist es von großem Interesse, wie sich die Konjunktur entwickelt.

Die Erwartungen an die wirtschaftlichen Entwicklung sind zum einen eine wesentliche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen, zum anderen aber auch wichtige Erkenntnisquelle für die Wirtschaftspolitik.
Die IHK zu Coburg untersucht regelmäßig, wie sich Wirtschaft und Konjunktur in der Region entwickelt. Sie bezieht Stellung, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Konjunkturumfrage

Mit der Konjunkturumfrage verfolgt die IHK das Ziel, Aufschluss über die aktuelle Wirtschaftslage der Unternehmen in den einzelnen Wirtschaftszweigen und Branchen zu erhalten.

Dreimal jährlich befragt die IHK deshalb eine repräsentative Stichprobe aus allen IHK-Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige und Branchen in Stadt und Landkreis Coburg, wie sie ihre gegenwärtige und künftige Geschäftslage einschätzen.
Die Konjunkturberichte aller IHKs sind die Grundlage für die Konjunkturanalyse des DIHK, die ihrerseits eingeht in die konjunkturelle Bewertung, wie sie z.B. vorgenommen wird vom Sachverständigenrat, der Deutschen Bundesbank und der Bundesregierung.

Mit der Teilnahme an der IHK-Konjunkturumfrage können Sie mit dazu beitragen, bessere Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln einzufordern. Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie Interesse haben und an der Umfrage teilnehmen wollen.

Anmelden können Sie sich hier.

IHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2021

Unsere Unternehmen brauchen jetzt eine Perspektive!

„Der konjunkturelle Erholungsprozess in unserem Wirtschaftsraum Coburg ist in weiten Teilen ins Stocken geraten. Die Aufholbewegung, die nach dem pandemiebedingten Absturz im Frühjahr 2020 bis in den Herbst hinein zu beobachten war, hat sich nicht fortgesetzt.

Je länger die Pandemie dauert und je schärfer die staatlich verfügten Einschränkungen ausfallen, desto größer werden die wirtschaftlichen Einbußen. Insbesondere für die von Schließungsanordnungen betroffenen Branchen und Betriebe wird es immer prekärer. Daher müssen die staatlichen Corona-Unterstützungsleistungen nun endlich differenzierter und zielgerichteter stattfinden, um an den wirklich relevanten Stellen zu greifen.

Wichtiger denn je ist jetzt ein von der Politik zu erarbeitender Gesamtfahrplan mit klarer Öffnungsstrategie und Zukunftsperspektive, der wieder ökonomisch tragfähiges Wirtschaften ermöglicht! Und schließlich müssen Grenzschließungen unterbleiben, damit Lieferketten für das produzierende Gewerbe nicht gestört werden“, kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg zum Jahresbeginn 2021.

„Der konjunkturelle Erholungsprozess in unserem Wirtschaftsraum Coburg ist in weiten Teilen ins Stocken geraten. Die Aufholbewegung, die nach dem pandemiebedingten Absturz im Frühjahr 2020 bis in den Herbst hinein zu beobachten war, hat sich nicht fortgesetzt.

Je länger die Pandemie dauert und je schärfer die staatlich verfügten Einschränkungen ausfallen, desto größer werden die wirtschaftlichen Einbußen. Insbesondere für die von Schließungsanordnungen betroffenen Branchen und Betriebe wird es immer prekärer. Daher müssen die staatlichen Corona-Unterstützungsleistungen nun endlich differenzierter und zielgerichteter stattfinden, um an den wirklich relevanten Stellen zu greifen.

Wichtiger denn je ist jetzt ein von der Politik zu erarbeitender Gesamtfahrplan mit klarer Öffnungsstrategie und Zukunftsperspektive, der wieder ökonomisch tragfähiges Wirtschaften ermöglicht! Und schließlich müssen Grenzschließungen unterbleiben, damit Lieferketten für das produzierende Gewerbe nicht gestört werden“, kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg zum Jahresbeginn 2021.

Aktuelle Geschäftslage:

Noch immer ist die Wirtschaft weit entfernt vom Vorkrisenniveau Anfang 2020. Derzeit bezeichnen 27 Prozent aller Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als „gut“. Das sind 14 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Als „schlecht“ bewerten aktuell 44 Prozent der Unternehmen ihre Lage, das ist ein Anstieg von 12 Prozentpunkten gegenüber der Vorumfrage.

Erwartete Geschäftslage:

Die Verlängerung und in Teilen Verschärfung des Lockdown bis mindestens Mitte Februar schlägt sich nun auch auf die Geschäftserwartungen der regionalen Wirtschaft nieder. Nachdem die Zuversicht in den beiden Vorumfragen angewachsen war, ist dieser Trend nun gebrochen. Belief sich der Saldo aus positiven und negativen Erwartungen bei der Herbstumfrage noch auf -6 Punkte, liegt er nun bei -18 Punkten.

IHK-Konjunkturklimaindikator:

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der als Stimmungswert sowohl die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen als auch ihre Geschäftserwartungen abbildet, sinkt um 12 Punkte auf jetzt 82 und liegt damit weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 114. 

Die Branchen im Einzelnen
Industrie gesamt

Aktuelle Lage: In Coburgs exportorientierter Industrie hat ein zaghafter konjunktureller Erholungsprozess eingesetzt. Im Gegensatz zum ersten Lockdown im Frühjahr 2020 blieben unter den aktuellen Beschränkungen Grenzen offen und Lieferketten konnten somit besser intakt gehalten werden. Die Betriebe berichten von punktuell leicht ansteigenden Auftragseingängen insbesondere aus dem Inland und aus China. Derzeit bezeichnen wieder 27 Prozent der Unternehmen ihre wirtschaftliche Lage als „gut“. Das sind 4 Prozentpunkte mehr als zur Herbstumfrage. Aber auch 27 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als schlecht, das sind jedoch 3 Prozentpunkte weniger als im Herbst. Mittlerweile berichten aber auch 14 Prozent der Industrieunternehmen von finanziellen Engpässen.

Erwartungen: Angesichts nicht einzuschätzender Pandemiemaßnahmen in Ausmaß und Zeit sowie einer Abflachung der gesamten Weltwirtschaft haben sich die Geschäftsaussichten im Vergleich zur Vorumfrage wieder eingetrübt. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt aktuell bei -17 Punkten (Vorumfrage -4 Punkte). Die große Mehrheit der befragten Unternehmer rechnet also mit sinkenden, allenfalls gleichbleibenden Umsätzen im Jahresverlauf im Vergleich zu 2020.

Industrie im Einzelnen:
Maschinenbau

Aktuelle Lage: Die Ordereingänge im Maschinenbau bleiben auf niedrigem Niveau. 50 Prozent der Befragten berichten nun von nicht mehr ausreichender Kapazitätsauslastung und Kurzarbeit. Infolge bleibt die Stimmung im stark exportabhängigen Maschinenbau zu Jahresbeginn gedämpft.

Erwartungen: Auf die kommenden Monate blicken die stark exportlastigen Maschinenbauer zweckoptimistisch, wenngleich ein hohes Maß an Unsicherheit bzgl. der globalen Wirtschaftsentwicklung bestehen bleibt. Ein Drittel der befragten Unternehmen hofft in den kommenden Monaten auf einen besseren Geschäftsverlauf. 

Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterindustrie

Aktuelle Lage: Die Nachfrage nach Erzeugnissen der heimischen Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterproduzenten hat sich leicht verbessert. Die Unternehmen berichten von gestiegenen Auftragseingängen insbesondere aus dem Inland sowie aus China. 37 Prozent (+4 Prozentpunkte gegenüber Vorumfrage) bewerten ihre aktuelle Lage als „gut“, 21 Prozent sind aber weiterhin unzufrieden (-17 Prozentpunkte gegenüber der Vorumfrage). Auch die aktuelle Kapazitätsauslastung hat sich entwickelt (voll: 47 Prozent; befriedigend: 21). Der Anteil der Befragten, die ihre Auslastung als nicht ausreichend bezeichnen, ist seit der letzten Umfrage im Herbst 2020 von 63 auf 32 Prozent gesunken.

Erwartungen: Von weiterer Erholung ist mit Blick auf die uns mitgeteilten „Geschäftserwartungen" der heimischen Branchenvertreter eher nicht auszugehen, denn während 7 Prozent mit einer Belebung rechnen, äußern sich 27 Prozent gegenteilig. Somit rutscht der Saldo mit -20 Punkten wieder deutlich in den negativen Bereich (Vorumfrage -4 Punkte).

(Polster-)Möbelindustrie

Aktuelle Lage: Den befragten Gebrauchsgüterproduzenten machen, ähnlich wie schon zum ersten Lockdown im Frühjahr, die aktuellen Corona-Beschränkungen wieder in besonderem Maße zu schaffen. Durch die Schließung des Möbelhandels fallen für die Betriebe in der umsatzstärksten Zeit des Jahres die maßgeblichen Absatzkanäle weg. Viele Möbler zehren noch vom Auftragspolster aus dem vergangenen Jahr, Neu-Order sind rückläufig. Aktuell berichten 22 Prozent der befragten Unternehmer von noch guten Geschäften, ein Drittel ist aber unzufrieden (+21 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorumfrage).

Erwartungen: Die Geschäftsaussichten für die kommenden Monate sind im negativen Bereich (per Saldo -43 Prozentpunkte) – es fehlt an Perspektive. Vieles hängt vom Zeitpunkt der Wiederöffnung des Möbelhandels ab.

Dienstleistung
Versicherungs- und Finanzgewerbe

Aktuelle Lage: Gute Geschäfte meldet weiterhin das regional starke Versicherungs- und Finanzgewerbe. Die Unternehmen sind gut bzw. befriedigend ausgelastet. 75 Prozent der Branchenvertreter konnten ihre Geschäftslage nochmals verbessern, kein Unternehmen ist derzeit noch „unzufrieden“.

Erwartungen: Die Sorge vor Rezession und Insolvenzen prägt jedoch den Ausblick des Versicherungs- und Finanzgewerbes auf die kommenden Monate. Infolgedessen rechnet ein Viertel der Befragten mit schlechterer Geschäftslage.  

Unternehmensnahes Dienstleistungsgewerbe

Aktuelle Lage: Das unternehmensnahe Dienstleistungsgewerbe profitiert teilweise von der leichten Erholung in der Industrie und arbeitet sich so in kleinen Schritten aus der Corona-Krise. 56 Prozent der Betriebe vermelden aktuell gute Geschäfte, ein Drittel der befragten Unternehmen zeigt sich aber unzufrieden. Im Vergleich zur Vorumfrage verbessert sich die Geschäftslage per Saldo um 3 Punkte.

Erwartungen: Für die kommenden Monate erwartet die Mehrheit der Branche gleichbleibende Geschäfte, 11 Prozent zeigen sich aber pessimistisch.

Handel
Einzelhandel

Aktuelle Lage: Der Mitte Dezember verfügte „harte Lockdown“ hat den stationären Einzelhandel mitten im Weihnachtsgeschäft und damit in der umsatzstärksten Phase des Jahres massiv getroffen. Schon zuvor hatte die Branche unter dem seit Anfang November geltenden „Teil-Lockdown“ zu leiden, da aufgrund der angeordneten Schließung insbesondere der Gastronomie deutlich sinkende Besucher- bzw. Kundenfrequenzen in den Innenstädten und Ortszentren die Folge waren. Der vom Sommer bis in den Herbst andauernde leichte Erholungsprozess des Einzelhandels hat damit ein jähes Ende gefunden. Aktuell bewerten sieben von zehn Händlern ihre Geschäftslage als schlecht. 73 Prozent der befragten Branchenvertreter berichten von Umsatzeinbrüchen im Jahr 2020 gegenüber 2019. Bei jedem zehnten Händler ist der Umsatz um über 25 Prozent gesunken.

Erwartungen: Fortsetzung und Verschärfung des Lockdown sowie fehlende Öffnungsperspektiven sorgen für große Unsicherheit und Pessimismus in der Branche. Für die kommenden Monate hoffen 17 Prozent der Einzelhändler auf eine bessere Geschäftsperformance.

Großhandel

Aktuelle Lage: Auch im Großhandel hat sich die aktuelle Geschäftslage eingetrübt.

Zwar sind die Grossisten selbst nicht von Geschäftsschließungen betroffen, allerdings hängt die Branche neben dem privaten Konsum von den konjunkturellen Entwicklungen in anderen Wirtschaftssektoren ab. Aktuell berichten 25 Prozent der Branchenvertreter noch von guten Geschäften, aber 42 Prozent von schlechten. Damit hat sich der Saldo mit -17 Punkten wie schon zum Frühjahr wieder in den negativen Bereich bewegt und bleibt deutlich hinter seinem Wert aus dem Herbst 2020 (+10 Punkte) zurück.

Erwartungen: Für die kommenden Monate erwarten die Grossisten eine Seitwärtsbewegung der Geschäftsentwicklung. Der Anteil der Optimisten und der Pessimisten hält sich die Waage.

Tourismus

Aktuelle Lage: Das Hotel- und Gaststättengewerbe verzeichnet schon seit dem ersten Lockdown vom Frühjahr 2020 im Jahresverlauf massive Umsatzeinbrüche. Aktuell ist die Branche durch erneute pandemiebedingte Betriebseinschränkungen bzw. -schließungen seit November wieder außerordentlich hart betroffen. Dementsprechend kann es nicht verwundern, dass 90 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als schlecht beurteilen. Im Vergleich zur Vorumfrage im Herbst ist der Saldo um 50 Punkte auf nun -85 Punkte gesunken.

Erwartung: Ohne klare Öffnungsperspektiven blickt die Branche mit großer Sorge auf die kommenden Monate. 55 Prozent der Leistungsträger erwarten eine weitere Verschlechterung der aktuellen Geschäftslage, 30 Prozent hoffen auf Verbesserung.

Archiv

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