Carnet A.T.A.

Falls Sie Waren nur vorübergehend aus dem gemeinsamen Zollgebiet der Europäischen Union in ein Drittland ausführen möchten, müssen Sie der Zollverwaltung des jeweiligen Einfuhr- bzw. Durchfuhrlandes eine Sicherheit dafür bieten, dass Sie die Einfuhrabgaben zahlen, wenn Sie die eingeführten Waren doch nicht wieder komplett innerhalb der vorgegebenen Fristen ausführen.

Diese geforderte Sicherheit können Sie am besten durch ein Carnet A.T.A. leisten. Auf dieser Seite erhalten Sie umfassende Informationen rund um das Carnet A.T.A.

Carnet - Angabe der EORI-Nummer

Die Generalzolldirektion (GZD) hat am 10.10.2019 eine Verfügung zur Verwendung der EORI-Nummer im Carnet erlassen, die am 12.11.2019 bekanntgegeben wurde.

Am 12.11.2019 hat die Generalzolldirektion (GZD) bekannt gegeben, dass, anders als bisher im Zollgebiet der EU ansässige Wirtschaftsbeteiligte, die Waren mit einem Carnet versenden, ihre EORI-Nummer angeben. Die EORI-Nummer ist im Feld A – Inhaber und Anschrift – in den jeweiligen Blättern anzumelden. Auf dem Deckblatt und den Kontrollabschnitten ist die EORI-Nummer dagegen nicht anzugeben (siehe Anlage). Ursprünglich hieß es in der Verfügung der (ehemaligen) Bundesfinanzdirektion Nord vom 13.05.2015, dass bei der Abfertigung mit Carnet ATA die Angabe einer EORI-Nummer vom Wirtschaftsbeteiligten nicht zu verlangen ist. Aufgrund der Neufassung des Leitfadens der Europäischen Kommission zur EORI-Nummer ist diese nationale Verfügung jedoch nicht mehr gültig.

Die GZD weist darauf hin, dass die Pflicht zur Angabe der EORI-Nummer nur Wirtschaftsbeteiligte trifft (Artikel 9 Abs.1 I.V.m. Artikel 5 UZK - zur Definition siehe auch: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Zoelle/EORI-Nummer/Verwendung-der-EORI-Nummer/verwendung-der-eori-nummer_node.html. Dort heißt es, dass die Pflicht zur Abgabe der EORI-Nummer nur für Wirtschaftsbeteiligte besteht. Privatpersonen benötigen keine EORI-Nummer, wenn Sie unter 10 Carnets pro Jahr beantragen.

Diese Regelung tritt ab sofort in Kraft. Da die Information jedoch nicht vor der Bekanntgabe der Verfügung an die Hauptzollämter erfolgt ist, gewährt der Zoll noch einen Übergangszeitraum zur Umsetzung. Zur genauen Dauer der Übergangsfrist liegen seitens der GZD derzeit keine Informationen vor.

Der Leitfaden der Europäischen Kommission zur EORI-Nummer wurde auf der folgenden Internetseite (bisher nur in Englisch) veröffentlicht: https://ec.europa.eu/taxation_customs/sites/taxation/files/resources/documents/customs/customs_code/guidance_dih_en.pdf.

Zur weiteren Klärung dieses Sachverhaltes ist der DIHK bereits mit der GZD im Austausch. Wir informieren Sie hierzu an dieser Stelle erneut.

Was heißt Carnet A.T.A.?

Carnet ist französisch und bedeutet "Heft", A.T.A. steht für "vorübergehende Verwendung". Ein Carnet A.T.A. ist also frei übersetzt ein Zollpassierscheinheft für die vorübergehende Einfuhr von Waren.
 

Sie müssen nicht - möglicherweise hohe - Bargeldbeträge mitführen, in ausländische Währung umtauschen und an der Grenze hinterlegen. Sie vermeiden dadurch Bankspesen, Kurs- und Zinsverluste. Gleichzeitig werden die Risiken des Diebstahls und der Unterschlagung weitgehend minimiert. Außerdem ist die Abfertigung beim Zoll wesentlich schneller. Kurzum: Sie sparen Zeit und Geld!

Berufsausrüstung, Warenmuster und Messegut sind nach den internationalen Abkommen zugelassen. Daneben gibt es weitere nationale und internationale Verwendungen, nähere Auskünfte zu allen Abkommen und zu einzelnen länderspezifischen Besonderheiten erhalten Sie bei Ihrer IHK.

Für Reisen innerhalb des gemeinsamen Zollgebiets der jetzt 28 Staaten umfassenden Europäischen Union benötigen Sie kein Carnet. Für Reisen in die Republik China (Taiwan) erhalten Sie bei Ihrer IHK ein spezielles Zollpapier, das Carnet C.P.D..
 

Erklärvideo

Quelle: IHK24

Neue Versicherungsentgelte

Seit dem 01.11.2015 gelten neue Versicherungsentgelte der Euler Hermes für Carnets A.T.A.:

  • bis Warenwert    9.999,99  EUR 37,00 EUR
  • bis Warenwert  24.999,99  EUR 63,00 EUR
  • bis Warenwert  49.999,99  EUR 110,00 EUR
  • bis Warenwert 149.999,99 EUR 210,00 EUR
  • bis Warenwert 299.999,99 EUR 380,00 EUR
  • bis Warenwert 499.999,99 EUR 630,00 EUR
  • jede weitere angefangene 500.000,00 EUR 420,00 EUR

(jeweils zuzüglich der unveränderten Bearbeitungsgebühr von 15,00 EUR)

 

Türkei: Überbeglaubigte Vollmacht gefordert

Folgende Sonderregelungen gelten für die Ausstellung von Carnets ATA für die Türkei:
Feld B (grünes Deckblatt, gelbe Ausfuhr-, Wiedereinfuhrblätter, weiße Einfuhr-, Wiederausfuhrblätter)

Hier ist der Vertreter namentlich einzutragen, also derjenige, der mit dem Carnet reist bzw. die Zollabfertigung beim türkischen Zoll vornimmt. Der Vertreter benötigt seit 1. Dezember 2015 eine Vollmacht, die vom türkischen Konsulat überbeglaubigt sein muss.
Zur Vorlage beim türkischen Konsulat muss die Vollmacht zuvor durch die ausstellende IHK bescheinigt werden. Bitte reichen Sie zusammen mit dem Carnetantrag und dem Carnet auch eine vollständig ausgefüllte Vollmacht bei Ihrer IHK ein. Bitte verwenden Sie hierzu diesen Vordruck. Die IHK ergänzt die Nummer und bescheingt die Vollmacht. Sie erhalten Sie zusammen mit dem ausgestellten Carnet zurück und können sie dann dem Konsulat vorlegen.
Der türkische Zoll schreibt vor, dass zusätzlich der Empfänger in der Türkei in Feld B des Carnets eingetragen wird. Wir empfehlen dort den Empfänger mit Anschrift in der Türkei einzutragen.

Feld J (grünes Deckblatt), Feld F (weiße Einfuhr-, Wiederausfuhrblätter)

Der türkische Zoll verlangt, dass der Carnetinhaber oder sein Vertreter, der in Feld J (grünes Deckblatt) unterschreibt, auch in Feld F der weißen Einfuhr- und Wiederausfuhrblätter unterschreibt.

Carnets, die nicht den oben genannten Vorgaben entsprechen, werden vom türkischen Zoll nicht mehr akzeptiert.


Bitte nehmen Sie in Zweifelsfällen oder bei Reisen in mehrere Länder Kontakt mit der ausstellenden IHK auf, bevor Sie das Carnet beantragen.