Statement zum Ratsbegehren/Bürgerentscheid zum Verbleib des Landkreises in der PVLC

Bei einer Wahlbeteiligung von gerade mal rund einem Drittel der Wahlberechtigten haben die Bürger mehrheitlich für den Austritt des Landkreises aus der Projektgesellschaft Verkehrslandeplatz gestimmt.

„Das ist kein gutes Signal in die Wirtschaft unseres Standortes Coburg und darüber hinaus", kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan. Denn auf die Möglichkeit des Instrumentenfluges mit Geschäftsflugzeugen sind zahlreiche Unternehmen im Raum Coburg, Kronach, Lichtenfels, Haßberge, Hildburghausen und Sonneberg angewiesen. „Wir kämpfen für Coburg als Zukunftsregion und nicht als ländlicher Raum", mahnt der IHK-Präsident, die aktuelle wirtschaftliche Stärke der Coburger Wirtschaft nicht aufs Spiel zu setzen, indem Projekte für eine zukunftsfähige Infrastruktur durch Minderheiten verhindert werden.

Es sei leider nicht gelungen, bedauert Herdan, genügend Befürworter dieses wichtigen Infrastrukturprojektes an die Wahlurnen zu bewegen. Er gehe aber davon aus, dass bei adäquater Wahlbeteiligung eine Mehrheit für den Verbleib des Landkreises in der Gesellschaft zu erreichen gewesen wäre.

Trotz jahrelanger Grenzlandlage haben sich die international aufgestellten Unternehmen am Standort Coburg hervorragend entwickelt. Ein wichtiger Grund für die Prosperität ist die Verfügbarkeit eines ortsnahen Verkehrslandeplatzes mit der Möglichkeit uneingeschränkten Instrumentenflugverkehrs. Heute ist unser Mittelstand noch stärker international unterwegs, und Standortentscheidungen werden immer häufiger im direkten Zusammenhang mit der Möglichkeit zur Abwicklung individuellen Geschäftsflugverkehrs getroffen. Gleiches gilt für Investitionsentscheidungen unserer Unternehmer vor Ort.

„Trotz großer Informationsanstrengungen in den zurückliegenden Monaten ist es nicht gelungen, die Tragweite dieses wichtigen Verkehrsinfrastrukturprojektes in der Bevölkerung ausreichend deutlich zu machen", bedauert IHK-Präsident Herdan.

Unabhängig von der Entscheidung am Sonntag läuft das Planfeststellungsverfahren weiter, mit einem Beschluss ist bis Ende 2015 zu rechnen. Die Projektgesellschaft muss entscheiden, wie die Finanzierungslücke zu schließen ist, die durch Ausscheiden des Landkreises entsteht. „Es ist in jedem Fall außerordentlich bedauerlich, dass der Landkreis nicht mehr aktiv in der Gesellschaft vertreten ist", betont IHK-Präsident Herdan. Damit verliert die PVLC einen guten Partner und der Kreistag das Mitspracherecht beim wichtigsten Infrastrukturprojekt in seinem Verantwortungsbereich. „Die nun notwendigen weiteren Schritte müssen innerhalb der Projektgesellschaft besprochen werden", so Friedrich Herdan abschließend.