Statement von IHK-Präsident Friedrich Herdan zum Thema: "Brexit ist ein schwarzer Tag für die EU"

IHK-Präsident Friedrich Herdan: „Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union ist ein schwarzer Tag für die EU. Unsere Coburger Unternehmen sind je nach Geschäftsmodell unterschiedlich betroffen, für alle dürfte aber gleichermaßen gelten, dass die Geschäfte mit Großbritannien anders, vielleicht schwieriger werden. Besonders während der nun folgenden, mindestens zwei Jahre dauernden Verhandlungsphase zwischen EU und Großbritannien werden Investitionen sicher zögerlicher umgesetzt. Unsicherheit ist immer Gift für die Wirtschaft! Aber auch wenn die internationalen Börsen uns heute etwas anderes zeigen, sollten wir jetzt nicht in Panik verfallen, sondern genau beobachten, wie sich die Dinge entwickeln, ob beispielsweise die Briten weiter im Binnenmarkt bleiben. Der Brexit stellt die vielfältigen Verbindungen zu Großbritannien zwar auf eine andere Basis, aber sie werden sich unter geänderten Vorzeichen fortentwickeln.

Kurzfristig ist damit zu rechnen, dass der Absatz deutscher Produkte in Großbritannien betroffen sein wird, was auch Coburger Unternehmen tangiert, die zwar selbst keine direkten Wirtschaftsbeziehungen mit der Insel pflegen, aber Zulieferer für Großbritannien-Exporteure sind. Langfristig sind die wirtschaftlichen Folgen des Austritts von den künftigen Vereinbarungen zwischen EU und Großbritannien abhängig, so müssen die Handelsverträge neu aufgesetzt werden. Dabei gilt es für die EU, den Spagat hinzubekommen: einerseits gute Handelsbeziehungen zu Großbritannien schaffen und dabei andererseits nicht andere Mitgliedsstaaten ermuntern, die Vorteile der Union zu nutzen, ohne sich an den Kosten zu beteiligen.

Für Brüssel sollte der Brexit ein Warnschuss sein. Die EU muss jetzt den Zusammenhalt der restlichen Mitgliedsstaaten sichern. Zudem fehlt nun der drittgrößte Nettozahler nach Deutschland und Frankreich, auch das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben."