Unsere IHK-Umfrage zur Bundestagswahl

Coburger Wirtschaft fordert: Bürokratie entschlacken, Digitalisierung vorantreiben!

Wenige Wochen vor der Bundestagswahl appellieren Unternehmer an die Politik, dringend Wachstumsbremsen zu lösen und die Verwaltung in ein zeitgemäßes, digitales Zeitalter zu führen. Das ist das zentrale Ergebnis einer Befragung der Industrie- und Handelskammer zu Coburg unter ihren Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Im Kern ging es dabei um die jeweiligen Erfahrungen während der Corona-Pandemie und Forderungen an die kommende Bundesregierung. „Wirtschaftspolitik muss wieder deutlich stärker in den Fokus, um international wettbewerbsfähig zu bleiben – und als IHK ist es unsere Aufgabe, das dazu Notwendige einzufordern“, erklärt IHK-Präsident Friedrich Herdan. „Die Pandemie hat diversen Handlungsbedarf schonungslos offengelegt, deshalb muss die neue Bundesregierung dringend Lehren aus den Erfahrungen der letzten Monate ziehen. Deutschland muss digitaler, schneller und flexibler werden!“

Insbesondere eine zu komplizierte und überbordende Bürokratie sehen die Unternehmen kritisch und bewerteten diesen Aspekt für den Standort Deutschland mit der Note „mangelhaft“. 80,8 Prozent der befragten Unternehmen fordern deshalb, dass die nächste Bundesregierung die staatlichen Strukturen und Prozesse entschlackt, digitalisiert und beschleunigt. „Eine große Sorge unserer Unternehmen ist, dass der Reformstau in der öffentlichen Verwaltung die Wirtschaft ausbremst und unserem Standort schadet“, erläutert IHK-Präsident Herdan.

„Der Welthandel muss widerstandsfähiger und der Produktionsstandort Deutschland/Europa attraktiver werden.“ Das ist eine weitere Lehre aus der Pandemie und liegt unserer exportstarken Wirtschaft besonders am Herzen, entsprechend stimmten 61,5 Prozent der befragten Unternehmen dieser Aussage zu. Große Probleme sehen unsere Betriebe in der Unternehmensbesteuerung hierzulande sowie in zu hohen Energiepreisen. Beispiel: Die Einführung der CO2-Bepreisung für fossile Brennstoffe zum Jahresbeginn 2021 führte zu Kostenbelastungen auf nationaler Ebene und stellt für weite Teile unserer Coburger Wirtschaft, insbesondere in der Industrie, einen eklatanten Wettbewerbsnachteil dar. „Für energieintensive Betriebe kann dies existenzgefährdend sein“, warnt IHK-Präsident Herdan.

Neben soliden Staatsfinanzen, die 53,9 Prozent unserer Unternehmen fordern, sprachen sich in unserer IHK-Umfrage 44,2 Prozent dafür aus, dass Wirtschaft und Gesellschaft die Chancen und Potenziale der Digitalisierung viel stärker nutzen müssen. Unsere Coburger Unternehmerinnen und Unternehmer gehen dabei voran und haben in ihren Betrieben Digitalisierungsoffensiven gestartet, so wollen 78,4 Prozent die digitalen Kompetenzen in der Belegschaft stärken, 56 Prozent wollen ihre Vertriebswege noch viel stärker digitalisieren. Die IHK zu Coburg hat das Thema Digitalisierung schon lange auf der Agenda und unterstützt und begleitet die Unternehmen auf dem Weg zur „Wirtschaft 4.0“, u.a. durch das IHK-Kompetenzzentrum 4.0 und den digitalen Weiterbildungsberater.

„Unsere Unternehmen haben in der Krise Lehren gezogen, aber auch Chancen erkannt. Nun kommt es dringend darauf an, der Wirtschaft wieder mehr Luft zum Atmen zu verschaffen, damit die Herausforderungen unserer Zeit – insbesondere Klimawandel, Energie- und Mobilitätswende – ohne Wettbewerbsverzerrungen im internationalen Vergleich bewältigt werden können“, so IHK-Präsident Friedrich Herdan abschließend.