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IHK-Preis an akademischen Nachwuchs verliehen

Bereits zum 40. Mal hat die Industrie- und Handelskammer zu Coburg den IHK-Preis zur Förderung des akademischen Nachwuchses an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg für die jeweils besten Abschlussarbeiten der akademischen Grade Diplom, Master und Bachelor an erfolgreiche Absolventen verliehen. Bewerben konnten sich Studierende aller Fachbereiche, entscheidendes Auswahlkriterium war der Innovationscharakter der eingereichten Abschlussarbeiten.

IHK-Präsident Friedrich Herdan lobte die kreative, schlüssige Herangehensweise beim Verfassen der Abschlussarbeiten: „In mustergültiger Umsetzung des Anspruchs der Hochschule für angewandte Wissenschaften haben Sie Ihr frisch erworbenes Fachwissen bei der Bearbeitung praxisorientierter Themenstellungen erfolgreich genutzt." Herdan betonte in seiner Laudatio die hohe Bedeutung von innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen für die Wettbewerbsfähigkeit der Coburger Wirtschaft, die insbesondere geprägt ist von Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Automotive, Elektrotechnik sowie Finanzen und Versicherung.

Friedrich Herdan wertete den IHK-Preis auch als Symbol der wertvollen Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschule. Für die Zukunftsfähigkeit unserer mittelständisch geprägten Region habe die Intensivierung des Know-how- und Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Unternehmen hohe Bedeutung. Dem akademischen Nachwuchs biete unser prosperierender, global vernetzter Standort interessante Karrierewege, die sich mit denen in Ballungszentren mehr als messen können, erklärte IHK-Präsident Herdan. „Der Wirtschaftsraum Coburg steht Ihnen als Ihr persönlicher und beruflicher Chancenraum offen."

Die Jury – bestehend aus Vertretern der Hochschulleitung, dem Präsidium und dem Hauptamt der IHK – hat in diesem Jahr entschieden, dass vier Preise dotiert mit jeweils 1.000 Euro sowie ein Preis dotiert mit 500 Euro vergeben werden.

Lukas Gottschalk erhielt den IHK-Preis für seine Arbeit zum Thema „Anwendung und Weiterentwicklung des Verfahrens Selbstreferenzierung für die Outdoor-Analyse von Photovoltaikmodulen" an der Fakultät „Elektrotechnik und Informatik" im Master-Studiengang „Elektro- und Informationstechnik" am Institut für Sensor- und Aktortechnik (ISAT). Im Rahmen seiner Masterarbeit hat Lukas Gottschalk ein Verfahren für die präzise Outdoor-Vermessung von Photovoltaikmodulen entwickelt. Die Anwendung seiner Methode wird es ermöglichen, schon frühzeitig Leistungsminderungen solcher Module zu erkennen und so Ertragsausfälle zu vermeiden. Damit sind die Arbeitsergebnisse von praktischem Nutzen für regionale Unternehmen aus der Solarbranche, aber auch für kommunale Energieversorger.

Matthias Wilz überzeugte die Jury mit seiner Abschlussarbeit „Fertigungsbezogenes Reverse Engineering am Beispiel eines Bilderzeugers für PKW Head-Up-Displays" an der Fakultät „Maschinenbau und Automobiltechnik" im Master-Studiengang „Entwicklung und Management im Maschinen- und Automobilbau". In der Arbeit von Matthias Wilz geht es um die strategische Entscheidung: Kann ein bestehendes Produkt eines Automotive-Zulieferers – in diesem Beispiel das Bilderzeugungssystem eines Head-Up-Displays – bei gleicher Qualität und geringeren Kosten selbst hergestellt werden? Mit seinem Modell hat Matthias Wilz eine innovative Möglichkeit geschaffen, die Kosten bei Eigenfertigung jedes beliebigen Produkts abzuschätzen.

Camille Neunert verfasste ihre Bachelor-Arbeit zum Thema „Analyse und Konzept für ein internes Personalmarketing bei der Firma Morelo" an der Fakultät „Wirtschaftswissenschaften" im Studiengang „Betriebswirtschaft". Das Kernthema „Fachkräfte", mit dem sich Camille Neunert in ihrer Arbeit auseinandergesetzt hat, treibt auch unsere Unternehmen um. Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen und halten ist eine der großen Herausforderungen. Wie vor diesem Hintergrund ein internes Personalmarketing bei einem mittelständischen Unternehmen gestaltet wird, das hat Camille Neunert untersucht.

Jana Kraft erhielt den IHK-Preis für ihre Arbeit „Psychoneuro-immunologische Behandlungseffekte der freien Improvisation in der Musiktherapie bei Patienten mit depressiver Episode oder rezidivierender depressiver Störung" an der Fakultät „Soziale Arbeit und Gesundheit" im Bachelor-Studiengang „Integrative Gesundheitsförderung". Die Bachelor-Arbeit von Jana Kraft entstand im Rahmen eines Forschungsprojektes, in dem es um die Frage ging, ob Musiktherapie im Vergleich zur Psychotherapie größere Effekte bei der Behandlung von Depressionen erzielt. Mit außergewöhnlichem Verständnis für komplexe statistische Zusammenhänge und professionellem, eigenständigem Vorgehen hat Jana Kraft eine anspruchsvolle Arbeit vorgelegt.

Moksha Lehr erhielt die Auszeichnung der IHK für ihre Arbeit „Construct: Versunken – Ein postdramatisch-performativer Arbeitsprozess" an der Fakultät „Design" im Bachelor-Studiengang „Innenarchitektur". Die Arbeit von Moksha Lehr umfasst eine intensive Beschäftigung mit einer Kunstrichtung, die klassisches Theater um verstärkte Interaktion zwischen Stoff, Akteuren und Publikum erweitert. Der Hauptteil ihrer Arbeit besteht aus Konzeption, Entwurf, Planung und Realisierung eines Bühnenbilds, das in Zusammenarbeit mit der Theaterpädagogik des Landestheaters Coburg bei einem Mehrgenerationen-Projekt auf der Bühne des Großen Hauses umgesetzt wurde.

Die Ehrung der Preisträger fand im feierlichen Rahmen in der IHK zu Coburg statt. Zum Kreis von Gratulanten und Ehrengästen zählten unter anderem die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, die Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Professor Dr. Christiane Fritze, und Vizepräsident Prof. Dr. Michael Lichtlein, Landrat Michael Busch und sein Stellvertreter Christian Gunsenheimer sowie zahlreiche Bürgermeister des Landkreises, die betreuenden Professoren Dr. Christian Wallach, Prof. Dr. Bernd Hüttl, Prof. Dr. Niko Kohls und Prof. Michael Heinrich, die Leiter der Coburger Berufsschule I, der Fachschule für Maschinenbautechnik, der Fachoberschule und der Berufsoberschule OStD Anton Staudigl und StD Rolf Sander sowie die Leiterin der Staatlichen Berufsschule II und der Staatlichen Wirtschaftsschule OStD Martina Borcherding und ihre Stellvertreterin, OStR Karin Dötzer. Auch Mitglieder der Vollversammlung und der Wirtschaftsjunioren nahmen am Festakt teil.

Die IHK zu Coburg schreibt jährlich ihren Preis für herausragende Abschlussarbeiten aus, die vor allem Innovationscharakter besitzen müssen. Um akademische Fachkräfte für den Standort Coburg zu interessierten und zu gewinnen, wird außerdem in enger Kooperation zwischen Hochschule und Wirtschaft die Campus-Messe veranstaltet. Termin für dieses Jahr ist Donnerstag, 15. November.

© Fotos: Hagen Lehmann