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IHK-Konjunkturumfrage zum Jahresanfang 2018

Coburgs Wirtschaft bleibt auf Wachstumskurs

„Unsere breit aufgestellte, hochinnovative Coburger Wirtschaft entwickelt sich weiter positiv – weder der bevorstehende Brexit noch protektionistische Tendenzen insbesondere in der US-Wirtschaftspolitik beeinträchtigen bisher die Geschäfte unserer Unternehmen. Niedrige Zinsen und hohe Beschäftigung sowie eine starke Nachfrage aus dem Ausland beflügeln den Absatz von Gütern „made in Coburg" weiter und sorgen für Vollauslastung vieler Betriebe", kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg.
„Einziger Wehrmutstropfen: Die sich hinziehende Regierungsbildung in Berlin sowie weiter schwelende weltweite Krisenherde führen zunehmend zu Unsicherheit unter unseren Unternehmern, die daraufhin ihre expansiven Investitionspläne vom Herbst 2017 deutlich relativieren."

Aktuell bewerten branchenübergreifend 90 Prozent der Betriebe die derzeitige Geschäftslage weiter als gut oder befriedigend. Auch mit Blick auf die kommenden Monate zeigt sich die heimische Wirtschaft mit einem Erwartungssaldo aus positiven und negativen Urteilen von 24 Punkten (+9 Punkte zur Vorumfrage) äußerst optimistisch. Der Konjunkturklimaindex, der sich aus den Bewertungen der Unternehmen zur Geschäftslage und den Erwartungen für die kommenden Monate zusammensetzt, steigt gegenüber dem Herbst 2017 um weitere 4 Punkte auf 131. Damit nähert sich der Indikator wieder langsam dem allzeit Höchstwert von 136 Punkten.

„Allerdings ist der Aufschwung kein Selbstläufer. Es ist nun höchste Zeit, dass die Politik den konjunkturelle Rückenwind nutzt, um deutliche Impulse für mehr Zukunftsinvestitionen zu setzten. Der beabsichtigte Verzicht auf Steuererhöhungen für unsere Unternehmen, die im weltweiten Wettbewerb stehen, ist schlichtweg zu wenig! Dringend geboten ist eine Entlastung unserer Firmen. Beispielsweise über bessere Abschreibungsmöglichkeiten, Absenkung des Spitzensteuersatzes, steuerliche Belohnung von Innovationen, Forschung und Entwicklung und Senkung der EEG-Umlage. Positiv zu bewerten sind jedoch die geplanten Mehr-Investitionen in den Breitbandausbau sowie die Zusage zusätzlicher Mittel für die Berufliche Bildung.", so Herdan abschließend.

 


Die Branchen im Einzelnen

 

Industrie


Aktuelle Lage: Die Coburger Industrie startet stark ins neue Jahr. Die befragten Produzenten äußern sich fast ohne Ausnahme zufrieden mit den aktuellen Geschäften, nur 7 Prozent melden rückläufige Umsätze (Vorumfrage 12 Prozent). Positive Impulse verzeichnet die Industrie sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland, wobei Produkte aus Coburg besonders in der Euro-Zone, in Nordamerika und China gefragt sind.

Erwartungen: Auch die Aussichten für die kommenden Monate bleiben günstig: 40 Prozent der Betriebe rechnen mit einer weiteren Verbesserung und lediglich 7 Prozent mit einer Eintrübung ihrer Geschäftsentwicklung. Die Industrie wird damit im Vergleich zur Vorumfrage wieder stärker wachsen. Nach einem Saldo von 12 Punkten bei der Vorumfrage liegt die Differenz aus optimistischen abzüglich pessimistischer Stimmen nun bei 33 Punkten.
Flaschenhals bei der Abarbeitung der Aufträge ist zunehmend der Fachkräfteengpass.
Für 64 Prozent der befragten Industriebetriebe stellt der Fachkräftemangel das – mit Abstand – größte Geschäftsrisiko dar (+4 Prozentpunkte zur Vorumfrage).

 

 

Maschinenbau


Aktuelle Lage: Insbesondere aus dem Ausland wachsen die Bestellungen für Maschinen aus dem Wirtschaftsraum Coburg weiter und sorgen für gut gefüllte Auftragsbücher. Dementsprechend positiv fallen die Lageurteile aus: 80 Prozent der befragten Unternehmenslenker bezeichnen ihre gegenwärtige Geschäftslage als „gut".

Erwartungen: Dank positiver Indikatoren, die auf Fortsetzung des globalen Aufschwungs hindeuten, bleiben die Aussichten für die kommenden Monate günstig. Mehr als die Hälfte unserer Maschinenbauer rechnet mit weiter steigenden Umsätzen.

 

 

Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterindustrie


Aktuelle Lage: Auch Coburgs Automobilzulieferer sind in guter Stimmung. Die Gründe hierfür sind die erfreuliche gesamt(welt-)wirtschaftliche Entwicklung, hohe Beschäftigungsquote, gute Einkommenssituation der Konsumenten und weiterhin niedriges Zinsniveau. Zudem treibt die Umstiegsprämie für Neuwagenkäufe den inländischen Markt an. So bezeichnen derzeit 48 Prozent der Betriebe ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut (+4 Prozentpunkte zur Vorumfrage), 42 Prozent schätzen die Situation als befriedigend ein und 9 Prozent klagen über schlechte Geschäfte (-5 Prozentpunkte zur Vorumfrage).

Erwartungen: Der Blick der Automotive-Betriebe in die Zukunft bleibt weiter positiv. Aber nur jeder fünfte befragte Unternehmer möchte in den kommenden Monaten mehr investieren.

 

 

(Polster-)Möbelindustrie


Aktuelle Lage: Die Geschäftslage der befragten Gebrauchsgüterproduzenten zeigt sich im Vergleich zur Vorumfrage etwas besser. Dank einer moderat gestiegenen Inlandsnachfrage ist die große Mehrheit der regionalen Möbler mit ihren Geschäften zufrieden. Drei Viertel der Betriebe berichten von voller bzw. befriedigender Kapazitätsauslastung.
Sorgen bereitet den heimischen Herstellern die zunehmende Konkurrenz durch Anbieter aus Fernost, die insbesondere durch Niedrigpreise massiv auf den europäischen und deutschen Markt drängen.

Erwartungen: Die Möbler im IHK-Bezirk Coburg blicken dennoch optimistisch auf das neue Jahr: Die große Mehrheit geht davon aus, dass die gute aktuelle Geschäftslage in den kommenden Monaten anhält. Zudem erwartet man, dass die Nachfrage aus dem Inland weiter anzieht.

 

 

Dienstleistung


Aktuelle Lage: Zufriedenmit der aktuellen Situation zeigt sich das regional sehr starke Versicherungs- und Finanzgewerbe. Alle Unternehmen sind voll bzw. befriedigend ausgelastet. 40 Prozent der Branchenvertreter konnten ihre Geschäftslage nochmals verbessern, kein Unternehmen ist unzufrieden.

Erwartungen: Für die kommenden Monate rechnet ein Drittel der Branchenvertreter mit weiter steigenden Umsätzen.

Aktuelle Lage: Im personenbezogenen und unternehmensnahen Dienstleistungsgewerbe hat sich die Einschätzung der aktuellen Lage marginal verschlechtert, bewegt sich aber weiter auf höchstem Niveau. 90 Prozent der Befragten berichten von guter bzw. befriedigender Geschäftslage. Die Branche profitiert von steigenden Erwerbstätigenzahlen und Einkommen sowie von der florierenden konjunkturellen Entwicklung der anderen Wirtschaftsbereiche.

Erwartungen: Bei den Prognosen für die kommenden Monate stehen die Zeichen auf Stabilität. 72 Prozent der Betriebe gehen von einer gleichbleibenden Entwicklung aus.

 

 

Handel

Einzelhandel


Aktuelle Lage: Der stark durch die Binnennachfrage geprägte konjunkturelle Aufschwung hat den Coburger Einzelhändlern im vergangenen Jahr eine durchweg gute Saison beschert. Nach Abschluss des Weihnachtsgeschäfts bewerten 36 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut (+3 Prozentpunkte zur Vorumfrage), weitere 46 Prozent sind zufrieden (+4 Prozentpunkte zur Vorumfrage), 18 Prozent unzufrieden (-7 Prozentpunkte zur Vorumfrage).
Generell muss sich der stationäre Handel gegen den Kaufkraftabfluss durch den Online-Handel behaupten und sorgt sich um die teilweise nachlassende Passanten- und Kundenfrequenz.

Erwartungen: Die große Mehrheit der Einzelhändler geht auch in den nächsten Monaten auf Grund der ausgezeichneten Lage auf dem Arbeitsmarkt von keiner Negativ-Entwicklung bei der Konsumneigung der Verbraucher aus – lediglich 9 Prozent der Befragten rechnen mit schlechteren Geschäften.

 

 

Großhandel


Aktuelle Lage: Angesichts der guten konjunkturellen Lage zeigen sich auch die Coburger Großhändler hochzufrieden. Nach einem guten Geschäftsjahr mit wenigen Schwankungen steigt die Lagebeurteilung der Grossisten zum Jahresanfang deutlich an. Über die Hälfte der Unternehmen berichtet von einer verbesserten Geschäftslage, nur 14 Prozent berichten vom Gegenteil.

Erwartungen: Ähnliches gilt für die Erwartungen, hier überwiegt die Zuversicht. 57 Prozent der Befragten geht von einer weiteren Verbesserung der Geschäftslage aus. Die optimistischen Aussichten der Großhändler basieren insbesondere auf erwarteten Umsatzsteigerungen im Inlandsgeschäft.

 

 

Tourismus


Aktuelle Lage: Die regionalen Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen berichten insgesamt von zufriedenstellenden Geschäften. 9 von 10 Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut" oder „befriedigend". 70 Prozent der Hoteliers sprechen von „guter" bzw. „befriedigender" Zimmerauslastung in den letzten sechs Monaten.

Erwartungen: Auf die kommende Frühjahrssaison blickt die Branche verhaltener. 58 Prozent und damit die Mehrheit rechnet mit einer stabilen Geschäftsentwicklung, der Anteil der Pessimisten (21 Prozent) und der Optimisten (21 Prozent)hält sich die Waage.
Erhebliche Probleme bereitet den Unternehmen der Fachkräftemangel, der damit auch im Tourismus zunehmend zur Wachstumsbremse wird.

 

Zertifiziert nach

DIN EN ISO 9001 : 2015