loading

Studienabbrecher

Dietze+Schell findet durch neue IHK-Beratung Nachwuchs

Die Ausbildung des eigenen Nachwuchses ist für die Coburger Wirtschaft das wichtigste Mittel, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Aufgrund der zurückgehenden Zahl an Schulabsolventen ist es mehr und mehr notwendig, neue Bewerbermärkte zu erschließen. Potenzial sehen Firmen wie Dietze+Schell, LASCO, Leise, NEA solutions und ROS beispielsweise in Studienabbrechern.
Seit einem halben Jahr ist die IHK-Expertin Alina Blümig an den Hochschulen in Coburg und Hof, um wechselwillige Studierende über Möglichkeiten der dualen Ausbildung zu informieren und Kontakte zu Ausbildungsbetrieben herzustellen. Blümig zieht ein positives Resümee: „Die Wirtschaft ist sehr aufgeschlossen für das Potenzial der Studienabbrecher, denn sie bringen Lebenserfahrung und bereits erworbenes Fachwissen mit."
Auch das Coburger Maschinenbauunternehmen Dietze+Schell gibt Studienabbrechern eine Chance. „Wir sehen im technischen Bereich großes Potenzial in Studienaussteigern, insbesondere für eine Karriere als Servicetechniker. Hier suchen wir qualifizierte Fachkräfte, die selbstständig und eigenverantwortlich auf die Bedürfnisse und Wünsche beim Kunden reagieren können", erläutert Geschäftsführer Rainer Landwehr. Seit November 2015 ist Armin König Auszubildender als Mechatroniker – Fachrichtung Service bei Dietze+Schell. Zuvor studierte er vier Semester Maschinenbau in Coburg. „Mir hat der Praxisbezug gefehlt", sagt der 24-Jährige. Nun erlernt er in der Lehrwerkstatt unter anderem Grundfertigkeiten, wie Sägen, Feilen, Fräsen und Bohren. Seine Lehrzeit ist auf drei Jahre verkürzt. „Herr König durchläuft mit den anderen Auszubildenden die Fachabteilungen unseres Unternehmens. Neben Vermittlung der Ausbildungsinhalte und Vertiefung seiner Englischkenntnisse wird er im Bereich der Anwendungstechnik ausgebildet und auf seine spätere Tätigkeit als Servicetechniker vorbereitet", berichtet Ausbildungsleiter Moritz von Wiedebach.
Aus der Motivation, einen Studienabbrecher als Azubi einzustellen, macht Geschäftsführer Landwehr keinen Hehl: „Wir tun uns schwer, adäquate Nachwuchskräfte zu finden." Über das Beratungsangebot der IHK gelang es, den Ausbildungsplatz zu besetzen. Und Armin König hat die Möglichkeit, über die „normale" Ausbildung hinaus, seine bislang gesammelten Erfahrungen optimal einzubringen. „Das ist eine Win-win-Situation", freut sich Rainer Landwehr. Seine Bilanz bisher: „Herr König ist sehr motiviert und zielstrebig – wir stellen gerne weitere Studienabbrecher ein." Auch andere Coburger Unternehmen haben mittlerweile Ausbildungsstellen mit Studienabbrechern besetzt.
Diesen Rat hat Armin König für Studenten, die so wie er mit der akademischen Laufbahn hadern: „Man sollte auf jeden Fall die Ausbildungsberatung der IHK in Anspruch nehmen." Sein weiterer Weg liegt klar vor ihm: Ausbildung absolvieren, Weiterbeschäftigung bei Dietze+Schell als Servicetechniker mit weltweiten Einsätzen bei den Kunden. „Und später habe ich die Möglichkeit, meinen Techniker und Meister zu machen, mir stehen viele Türen offen."

 

DietzundSchellDass eine akademische Laufbahn für ihn nicht der beste Weg in die Karriere ist, hat Armin König feststellen müssen. Ihm fehlte im Maschinenbau-Studium der Praxisbezug.

Rainer LandwehrRainer Landwehr, Geschäftsführer der Dietze+Schell Maschinenfabrik GmbH & Co. KG: „Wir stellen gern weitere Studienabbrecher ein."


Die Produkte der Dietze+Schell-Gruppe finden in der Textil-, Kunststoff- sowie der Glasfaserindustrie Anwendung. Mit produzierenden Niederlassungen in Italien, USA und Tschechien beschäftigt Dietze+Schell weltweit etwa 300 Mitarbeiter. Durch den hohen Exportanteil des Unternehmens mit über 80 Prozent schätzen die nationalen und internationalen Kunden die Produkte und die Innovationsfähigkeit der mittelständischen Unternehmensgruppe.