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Konjunktur

Für Wirtschaft und Politik ist es von großem Interesse, wie sich die Konjunktur entwickelt.

Die Erwartungen an die wirtschaftlichen Entwicklung sind zum einen eine wesentliche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen, zum anderen aber auch wichtige Erkenntnisquelle für die Wirtschaftspolitik.
Die IHK zu Coburg untersucht regelmäßig, wie sich Wirtschaft und Konjunktur in der Region entwickelt. Sie bezieht Stellung, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Konjunkturumfrage

Mit der Konjunkturumfrage verfolgt die IHK das Ziel, Aufschluss über die aktuelle Wirtschaftslage der Unternehmen in den einzelnen Wirtschaftszweigen und Branchen zu erhalten.

Dreimal jährlich befragt die IHK deshalb eine repräsentative Stichprobe aus allen IHK-Mitgliedsunternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige und Branchen in Stadt und Landkreis Coburg, wie sie ihre gegenwärtige und künftige Geschäftslage einschätzen.
Die Konjunkturberichte aller IHKs sind die Grundlage für die Konjunkturanalyse des DIHK, die ihrerseits eingeht in die konjunkturelle Bewertung, wie sie z.B. vorgenommen wird vom Sachverständigenrat, der Deutschen Bundesbank und der Bundesregierung.

Mit der Teilnahme an der IHK-Konjunkturumfrage können Sie mit dazu beitragen, bessere Rahmenbedingungen für wirtschaftliches Handeln einzufordern. Sprechen Sie uns bitte an, wenn Sie Interesse haben und an der Umfrage teilnehmen wollen.

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Konjunktur

 

 

IHK-Konjunkturumfrage Frühjahr 2019

Gegenwind für Coburger Industrie bremst Konjunktur

„Die aktuelle Auslastung in den heimischen Industriebetrieben ist aufgrund der hohen Auftragsvorläufe weithin noch gut, die Geschäftserwartungen sind allerdings von wachsender Skepsis geprägt, die sich in zunehmendem Maße relativierend auf das Wirtschaftswachstum in der Region Coburg auswirkt", kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die Frühjahrs-Konjunkturumfrage der IHK zu Coburg. „Verantwortlich für die gedrosselte Dynamik sind insbesondere gewachsene Exportrisiken und die globale Industriekonjunkturabschwächung. Dieser Effekt wird durch relativ gute Umsätze in anderen Branchen, insbesondere in der Dienstleistung und dem Handel, nur teilweise kompensiert."

Vor diesem Hintergrund bewerten branchenübergreifend 90 Prozent der heimischen Betriebe ihre aktuellen Geschäfte noch als „gut" oder „befriedigend"; nur 10 Prozent sind unzufrieden. Im Vergleich zum Jahresanfang ist der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen aktueller Lagebeurteilungen geringfügig um 2 Zähler auf 36 Punkte gestiegen. Der Saldo der Geschäftserwartungen an die kommenden Monate hingegen ist um 4 Punkte gegenüber dem Jahresanfang auf aktuell 1 Punkt gesunken. Mithin fällt der IHK-Konjunkturklimaindex, der als Stimmungswert sowohl die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen als auch die Geschäftserwartungen abbildet, wiederum um 2 Punkte von 119 auf 117.

„Nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird im Wesentlichen durch Investitionen bestimmt! Gegenwärtig wird aber in Deutschland, wie auch im Wirtschaftsraum Coburg, das Wachstum aus Konsum generiert. Wirtschaftsfreundliche Impulse zur Stärkung von Investitionen stehen deshalb auf der Forderungsagenda an die Politik ganz oben. Daneben braucht unsere mittelständische Wirtschaft dringend Entlastungen bei Unternehmenssteuern und Energiekosten, die im internationalen Vergleich zu hoch liegen, und steuerliche Belohnung für Forschung und Entwicklung sowie der vollständige Abbau des Solidaritätszuschlags sind längst überfällig. Die gewerbliche Wirtschaft verlangt keine Bevorzugung von der Politik aber faire Bedingungen im globalen Wettbewerb allemal", so Herdan abschließend.

 

Die Branchen

 

Industrie

Aktuelle Lage: Die Coburger Industrieunternehmen werden durch die anhaltenden Schwierigkeiten in der Automobilbranche und Probleme in der internationalen Handelspolitik vor sehr ernstzunehmende Herausforderungen gestellt. Die Nachfrage nach regionalen Industrieprodukten aus dem In- und Ausland hat an Schwung verloren. Aufgrund des relativ guten Ausgangsniveaus kann zumindest die aktuelle Geschäftslage aber immer noch als solide bezeichnet werden: 40 Prozent bewerten ihre aktuelle Lage als „gut", 17 Prozent als „schlecht". Per Saldo büßen die Lagebeurteilungen im Vergleich zur Jahresanfangsbefragung aber rund 13 Punkte ein.

Erwartungen: Für die kommenden Monate äußern sich die befragten Industriebetriebe verhalten. Zwar rechnet die Mehrheit von 63 Prozent mit stabilen Geschäften, der Anteil der Optimisten bleibt aber hinter jenem der Pessimisten zurück. Der Saldo rutscht in den negativen Bereich und erreicht mit -12 Punkten ein Sechs-Jahres-Tief. Die Beschäftigungspläne bleiben stabil, die Investitionsbereitschaft geringfügig aufwärtsgerichtet. Investitionsmotive sind vor allem die Ersatzbeschaffung sowie Rationalisierungen.

 

Im Einzelnen:

Maschinenbau

Aktuelle Lage: Die Stimmung im stark exportorientierten Maschinenbau zeigt sich im Frühjahr 2019 etwas gedämpfter. Der Auftragseingang kommt zunehmend unter Druck. Besonders stark waren die Einbußen im Inland. Doch auch die Auslandsbestellungen blieben unter Vorquartalsniveau.

Erwartungen: Dennoch werden die Zukunftsaussichten im Maschinenbau wieder optimistischer eingeschätzt. 43 Prozent hoffen auf Verbesserung der Geschäftslage in den Folgemonaten.

 

Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterindustrie

Aktuelle Lage: Die Nachfrage nach Erzeugnissen der heimischen Automobilzulieferer und Vorleistungsgüterproduzenten hat an Schwung verloren. Die Aufträge aus dem Inland und insbesondere aus Nordamerika haben sich negativ entwickelt und auch der chinesische Markt hat deutlich an Dynamik eingebüßt. Aus Auftragsvorläufen sind die Bücher gefüllt und nahezu die Hälfte der Betriebe ist voll ausgelastet. So berichten 89 Prozent der Branchenvertreter noch von guten oder befriedigenden Geschäften. Allerdings hat sich der Geschäftslagensaldo gegenüber der Vorumfrage um -22 Punkte verschlechtert, er liegt aktuell bei einem Wert von +31 Punkten.

Erwartungen: Die Unternehmen rechnen nicht damit, dass die gegenwärtige Auftragslage unmittelbar wieder anzieht. Dies spiegeln die Geschäftserwartungen wider: 29 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Eintrübung, 12 Prozent mit einer Belebung.

 

(Polster-)Möbelindustrie

Aktuelle Lage: Leicht stabilisiert hat sich das Stimmungsbild unter Coburgs Verbrauchsgüterproduzenten. Dank moderat gestiegener Inlandsaufträge und stabilem Auftragsvolumen aus dem Ausland sind zwei Drittel der regionalen Möbler mit ihren Geschäften zufrieden. 75 Prozent der Betriebe berichten von voller bzw. befriedigender Kapazitätsauslastung.

Erwartungen: Mit einer ähnlichen Entwicklung rechnen die Unternehmen in den kommenden Monaten: Es dominieren weiterhin die Betriebe, die mit einer stabilen Entwicklung (75 Prozent erwarten eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung) rechnen, von einer Verbesserung gehen die befragten Unternehmen nicht aus.

 

Dienstleistung

Versicherungs- und Finanzgewerbe

Aktuelle Lage: Das regional sehr starke Versicherungs- und Finanzgewerbe meldet weiterhin sehr gute Geschäfte. Alle Unternehmen sind voll bzw. befriedigend ausgelastet. 29 Prozent der befragten Branchenvertreter konnten ihren Inlandsumsatz nochmals verbessern.

Erwartungen: Für die kommenden Monate bleibt die Branche optimistisch. Knapp ein Drittel der Branchenvertreter rechnet mit weiter steigenden Umsätzen.

 

Unternehmensnahes Dienstleistungsgewerbe

Aktuelle Lage: Im unternehmensnahen Dienstleistungsgewerbe laufen die Geschäfte weiterhin sehr gut. 75 Prozent der Unternehmen sind mit ihrer Lage zufrieden, keiner ist unzufrieden. Die Branchenvertreter berichten von steigenden Umsätzen und einer überaus hohen Auslastung.

Erwartungen: Etwas vorsichtiger blicken die Dienstleister auf die kommenden Monate. Im Vergleich zum Jahresstart 2019 zeichnet sich insgesamt ein gemächlicheres Wachstumstempo ab: 28 Prozent der Betriebe rechnen aber immer noch mit einer positiven Geschäftsentwicklung (-15 Prozentpunkte im Vergleich zur Vorumfrage).

 

Handel

Einzelhandel

Aktuelle Lage: Die Coburger Einzelhändler zeigen sich zum Frühjahr wieder etwas positiver gestimmt. Derzeit bewertet jeder Fünfte der befragten Einzelhändler die geschäftliche Lage als gut. 70 Prozent bezeichnen sie immerhin als befriedigend. Nur jeder zehnte Händler berichtet von schlechtem Geschäftsverlauf. Allerdings sprechen vor allem Online-Händler von wachsenden Umsätzen. Die Geschäfte des stationären Einzelhandels haben sich zwar ebenfalls erholt, bleiben demgegenüber aber zurück.

Erwartungen: Für die kommenden Monate gehen die Einzelhändler von stabilen Geschäften aus, zumal die generellen Rahmenbedingungen positiv für die Konsumneigung stimmen – wie hoher Beschäftigungsstand, gestiegene Realeinkommen und niedrige Zinsen.

 

Großhandel

Aktuelle Lage: Die Stimmung im regionalen Großhandel hat sich zum zweiten Quartal zwar geringfügig eingetrübt, verbleibt aber insgesamt noch auf hohem Niveau. Die Grossisten können sich jedoch der schwächeren konjunkturellen Entwicklung in anderen Branchen nicht gänzlich entziehen. Demnach bewerten 46 Prozent der befragten Unternehmensvertreter ihre derzeitige Geschäftslage als gut und 54 Prozent empfinden die eigene geschäftliche Situation als befriedigend.

Erwartungen: Auch für die kommenden Monate bleiben die Unternehmen zuversichtlich, wenngleich sie ihre Wachstumsprognose leicht herabgesetzt haben: 17 Prozent der Großhändler rechnen mit einer Belebung und 83 Prozent mit gleichbleibenden Geschäften.

 

Tourismus

Aktuelle Lage: Positiv äußern sich die regionalen Beherbergungs- und Gastronomieunternehmen. Jedes zweite Unternehmen berichtet von einer guten Geschäftslage, 13 Prozent sind unzufrieden. Insbesondere Geschäfts- und Urlaubsreisende führen zu steigenden Umsätzen und hoher Auslastung der Betriebe: 55 Prozent der befragten Tourismusbetriebe im Kammerbezirk Coburg sprechen von einer guten Auslastung, kein Unternehmen berichtet Gegenteiliges.

Erwartung: Für die kommenden Monate zeigt sich Coburgs Tourismusbranche optimistisch. 27 Prozent der Betriebe rechnen damit, dass sich die gute Geschäftslage nochmals verbessern wird. Brennpunktthema Nummer eins, und damit das wohl größte Hemmnis für eine weitere Geschäftsentwicklung im Gastgewerbe, ist und bleibt weiterhin der Fachkräftemangel.

 


 

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