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Steuern

Das Steuerrecht ist in seiner Bedeutung für die Unternehmen nicht hoch genug einzuschätzen. Zudem erscheint es relativ unübersichtlich.

Die IHK nimmt auf die aktuelle Steuergesetzgebung des Bundes und des Freistaats Bayern Einfluss, indem sie Stellungnahmen zu laufenden Gesetzgebungsverfahren abgibt. Zudem stellt sie Basisinformationen für die Unternehmen zur Verfügung. Steuerberatung im Einzelfall ist nicht möglich.

Derzeit aktuell:
Registrierkassen im Fokus des Fiskus - Verschärftes Vorgehen gegen Kassenbetrug

Bei Betriebsprüfungen legen die Finanzbehörden derzeit häufig ihren Fokus auf Registrierkassen und überprüfen sehr genau die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung, insbesondere bei bargeldintensiven Betrieben wie z. B. Gaststätten und Einzelhandel.

Hinzu kommt, dass Ende 2016 die Übergangsfrist zur Nachrüstung von elektronischen Kassen abläuft. Vom 1. Januar 2017 an dürfen nur noch solche Kassen eingesetzt werden, welche die Einzelumsätze aufzeichnen und für mindestens zehn Jahre unveränderbar abspeichern können.


Weitere Informationen:
Merkblatt Steuerliche Anforderungen an Registrierkassen
Kassensicherungsverordnung


 

Erbschaftsteuerreform

Nachdem das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 17.12.2014 das geltende Erbschaft- und Schenkungssteuergesetz teilweise für verfassungswidrig erklärt hatte, folgte ein Gesetzgebungsverfahren einschließlich eines Verfahrens im Vermittlungsausschuss, das bis zum Oktober 2016 dauerte. Die neuen Regelungen gelten rückwirkend ab dem 1. Juli 2016.

Wir erläutern nachfolgend die wichtigsten Änderungen:

Großvermögen
Ab Betriebsvermögen von 26 Millionen Euro je Erbfall gibt es eine Bedürfnisprüfung. Der Erbe muss nachweisen, dass ihn die Zahlung der Erbschaftsteuer überfordern würde. Unterhalb der Grenze werden weiter Steuervorteile gewährt. Lässt sich der Erbe auf die Bedürfnisprüfung ein, muss er sein Privatvermögen offenlegen. Das kann zur Hälfte zur Besteuerung herangezogen werden.

Stundung
Wird die Steuer aus dem Privatvermögen gezahlt, kann sie gestundet werden. Sie ist nunmehr statt für zehn nur noch für sieben Jahre möglich und nur im ersten Jahr zins- und tilgungsfrei. Danach erfolgen eine sechsprozentige Verzinsung und eine jährliche Tilgung in Höhe von je einem Sechstel.

Abschmelzmodell
An dem lange umstrittenen Punkt gibt es keine Abstriche. Soll Privatvermögen privat bleiben, greift ein Abschlag: Mit wachsendem Unternehmensvermögen muss ein größerer Teil des Betriebsvermögens versteuert werden. Die Verschonung sinkt schneller mit der Größe des Unternehmensvermögens. Keine Verschonung wird gewährt ab einem Erbe von 90 Millionen Euro.

Familienunternehmen
Für Familienunternehmen mit Verfügungsbeschränkung – der Erbe kann nicht frei über Gewinne oder Verkäufe entscheiden – wird ein Abschlag von maximal 30 Prozent angesetzt. Den gibt es nur, wenn neben der Entnahme der Steuern nach dem Gesellschaftsvertrag pro Jahr maximal 37,5 Prozent des Gewinns entnommen werden dürfen.

Unternehmenswert
Nachgebessert wurde die Bewertung des Unternehmensanteils, den ein Erbe übertragen bekommt. Das jetzige Verfahren führte bisher angesichts der Niedrigzinsen zu unrealistisch hohen Firmenwerten. Diese wurden bis jetzt ermittelt, indem ein Kapitalisierungsfaktor von rund 18 mit dem Gewinn multipliziert wurde. Ab dem 1. Juli 2016  wird ein fester Kapitalisierungsfaktor von 13,75 Prozent zugrunde gelegt, der je nach Entwicklung der Zinsstrukturdaten in den folgenden Jahren angepasst werden soll.

Betriebs- und Verwaltungsvermögen
Anders als Betriebsgrundstücke und Maschinen wird Verwaltungsvermögen (oft Geld) besteuert und nicht „verschont". Eine Komplett-Verschonung von Firmenvermögen soll nur möglich sein, wenn der Anteil des darin enthaltenen Verwaltungsvermögens 20 Prozent nicht übersteigt. Es wird eine Steuerbegünstigung für Luxusgegenstände, die zum Firmenvermögen gehören, verhindert.

Kleinbetriebe
Bisher sind Betriebe mit bis zu 20 Arbeitnehmern vom Nachweis des Arbeitsplatzerhalts befreit. Künftig werden nur Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern von der Nachweispflicht ausgenommen.

Investitionsklausel
Mittel aus Erbe, die nach Willen des Erblassers innerhalb von zwei Jahren für Investitionen in das Unternehmen fließen sollen, werden steuerrechtlich begünstigt.

Beurteilung:

Positiv:
- endlich Rechtssicherheit für Unternehmen bei Investitionen und Einstellungen
- Beibehaltung der Verschonungsregeln
- realistische Unternehmensbewertungen

Negativ:
- Unternehmensübergabe wird für viele Unternehmen teurer

Weitere Informationen:

Resolution zur Erbschaftssteuer

Bundestagsbeschluss des Erbschaftssteuergesetzes

Kabinettsbeschluss

Neues Erbschaftssteuergesetz

Gewerbe- und Grundsteuerhebesätze

Die Höhe des Gewerbe- und Grundsteuerhebesatzes ist für viele Unternehmen und Investoren ein wichtiges Entscheidungskriterium. Als Service für unsere Mitgliedsunternehmen und alle weiteren Interessenten informieren wir über die aktuellen Hebesätze im IHK-Bezirk Coburg und über die neueste bundesweite Realsteuerhebesatzumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages für Gemeinden ab 20.000 Einwohnern.

Aktuelles aus dem Umsatzsteuerrecht

Saunaleistungen

Mit Schreiben vom 21. Oktober 2015 äußert sich das Bundesfinanzministerium (BMF) zur Aufteilung eines Gesamtentgeltes für Übernachtungsleistungen und Saunanutzung, weil Saunaleistungen nach dem 30. Juni 2015 mit dem Regelsteuersatz zu besteuern sind. Werden nach diesem Zeitpunkt Beherbergungsleistungen, die ermäßigt zu besteuern sind, zusammen mit Saunaleistungen zu einem pauschalen Gesamtentgelt erbracht, ist das einheitliche Entgelt sachgerecht aufzuteilen.


Seit dem 1. Juli 2015 sind Saunabesuche grundsätzlich mit dem Regelsteuersatz abzurechnen.


Vereinfachungsregelung: Zu Übernachtungsleistungen, die mit verschiedenen anderen Leistungen zu einem Pauschalpreis angeboten werden, enthält Abschnitt 12.16 Abs. 12 Umsatzsteuer-Anwendungserlass (UStAE) eine Vereinfachungsregelung. Danach wird es nicht beanstandet, wenn die in einem Pauschalangebot enthaltenen nicht begünstigten Leistungen in der Rechnung zu einem Sammelposten (z. B. „Business-Package", „Servicepauschale") zusammengefasst und der darauf entfallende Entgeltanteil in einem Betrag ausgewiesen werden. Diese Vereinfachungsregelung gilt auch für Saunaleistungen, die nach dem 30. Juni 2015 erbracht werden.

 

Mehr zu diesem Thema:

www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/2015-10-21-umsatzsteuerrechtliche-behandlung-von-saunaleistungen.pdf

Weitere Informationen / DIHK-Steuerinfos

Zertifiziert nach

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