loading

IHK-Preis an akademischen Nachwuchs verliehen


Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg verleiht alljährlich den IHK-Preis an Absolventen der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg. Mit der Auszeichnung für herausragende Master- und Bachelor-Abschlussarbeiten sollen der akademische Nachwuchs gefördert und besondere Leistungen gewürdigt werden. Als Auszeichnung der gewerblichen Coburger Wirtschaft unterstreicht der IHK-Preis zudem die große Bedeutung des Wissenstransfers zwischen Hochschule und Unternehmen für unseren Standort. In diesem Jahr wurde der IHK-Preis bereits zum 41. Mal ausgeschrieben, bewerben konnten sich Studierende aller Fachbereiche, entscheidendes Auswahlkriterium ist der Innovationscharakter der eingereichten Abschlussarbeiten. Es geht um die Fähigkeit zu neuen Herangehensweisen bei der Auseinandersetzung mit einer praxisrelevanten Aufgabe.


IHK-Präsident Friedrich Herdan gratulierte den Preisträgern und zeigte sich beeindruckt von Qualität und inhaltlicher Breite der eingereichten Arbeiten: „Die Abschlussarbeiten vermitteln neben dem individuellen fachlichen Know-how der Absolventen auch einen Eindruck der vorbildlichen akademischen Lehrtätigkeit an unserer Hochschule." Herdan würdigte die gute Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, wenn auch beim Technologietransfer die Kooperationsmöglichkeiten längst nicht ausgeschöpft seien. „Dabei mangelt es nicht am Bedarf, insbesondere auch aus unseren kleineren und mittleren Betrieben. Mit der wissenschaftlichen F&E-Kompetenz am Coburger Standort haben wir ein wertvolles Instrument, das noch stärker Wirkung entfalten muss." Die Jury – bestehend aus Vertretern von Hochschulleitung, Präsidium und Hauptamt der IHK – hat in diesem Jahr entschieden, drei Preise, dotiert mit jeweils 1.000 Euro, an Andrea Imhof, Christina Röhrich und Julian Schrauder zu vergeben.


Andrea Imhof erhielt den IHK-Preis für ihre Master-Arbeit zum Thema „Stress und Wohlbefinden im digitalen Wandel der Arbeitswelt" an der Fakultät „Wirtschaftswissenschaften" im Studiengang „Betriebswirtschaft". Sie hat sich mit den Folgen der Digitalisierung für Beschäftigte auseinandergesetzt, wenn Arbeit zunehmend flexibilisiert und ausgeprägte Veränderungsbereitschaft gefordert wird. Frau Imhof ist es in herausragender Weise gelungen, den digitalen Wandel der Arbeitswelt und Betriebliches Gesundheitsmanagement aus Controlling-Sicht sowohl theoretisch als auch praktisch zusammenzuführen. Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass klassische Indikatoren, wie beispielsweise Fehlzeiten und Krankheitskosten, im BGM-spezifischen Controlling nicht ausreichen. Eine breitere Datenbasis ist also notwendig. Die Arbeit zeichnet sich durch stringente Fokussierung und Geschlossenheit der Darstellung aus. Besonders erwähnenswert sind die aufwendig angelegten empirischen Untersuchungen und die daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen für konkrete Fallbeispiele in unserer Region.


Christina Röhrich überzeugte die Jury mit ihrer Abschlussarbeit „Zur Relevanz von Subjektivität für eine Ethik der Gesundheitsförderung – Ein Beitrag aus Sicht der Neuen Phänomenologie" an der Fakultät „Soziale Arbeit und Gesundheit" im Master-Studiengang „Gesundheitsförderung". Frau Röhrich setzt in ihrer Arbeit den erkenntnistheoretischen Ansatz der Neuen Phänomenologie in Beziehung zur Programmatik der Gesundheitsförderung. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung eröffnet die Verfasserin neue theoretisch-konzeptionelle Perspektiven. So wurde herausgearbeitet, dass Gesundheitsförderung stets ein Balanceakt zwischen Einzelperson und kollektivem Normensystem ist, weil Gesundheit letztlich trotz objektiv bestimmbarer Elemente vor allem etwas Subjektives ist. Dieser Umstand ist auch bei Interventionen zur Gesundheitsförderung zentral. Die Arbeit von Frau Röhrich widmet sich genau dieser Subjektivität im Kontext von Gesundheit und Gesundheitsförderung. Die Verfasserin hat sich in die komplexe Thematik tief eingearbeitet und Ansätze entwickelt, die direkten Bezug zur praktischen Anwendung in der Gesundheitsförderung haben.


Julian Schrauder verfasste seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Auswahl und Validierung geeigneter additiver Fertigungsverfahren für die Auslegung eines Spritzgießformeinsatzes zur Absicherung von Vorserienbauteilen" an der Fakultät „Maschinenbau und Automobiltechnik" im Studiengang „Maschinenbau". Herr Schrauder hat sich in seiner Arbeit mit einem Thema befasst, das hohe Praxisrelevanz für unseren Hochtechnologie-Standort hat: In der Entwicklungs- und Erprobungsphase neuer Kunststoffbauteile wird mit Hilfe von Prototypen die Funktionsfähigkeit der neu entworfenen Produkte vor der Serienfertigung getestet. Oft wird dabei das Materialverhalten der Kunststoffbauteile untersucht, deshalb müssen die Muster aus dem späteren Serienmaterial produziert werden. Bei der Herstellung von Kunststoff-Prototypen aus Serienwerkstoffen kommen meist Aluminiumformen zum Einsatz. Die Fertigung dieser Aluminiumwerkzeuge ist allerdings kosten- und zeitintensiv. In der vorliegenden Arbeit geht es darum, Spritzgießformeinsätze mit Hilfe von additiven Fertigungstechnologien herzustellen, um eine schnellere und kostengünstigere Fertigung von Spritzgießformeinsätzen im Prototypenbau zu ermöglichen. Dazu wurden verschiedene 3D-Druckverfahren und -werkstoffe getestet und Versuchsformen 3D-gedruckt. Das bei den Versuchen beste Verfahren wurde bereits erfolgreich in der betrieblichen Praxis eingesetzt.


Die Ehrung der Preisträger fand im feierlichen Rahmen in der IHK zu Coburg statt. Zum Kreis von Gratulanten und Ehrengästen zählten unter anderem die Regierungspräsidentin von Oberfranken, Heidrun Piwernetz, die Präsidentin der Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg, Professor Dr. Christiane Fritze, und Vizepräsident Prof. Dr. Michael Lichtlein, den Stellvertreter des Landrates Christian Gunsenheimer sowie zahlreiche Bürgermeister des Landkreises, die betreuenden Professoren Dr. Christian Wallasch, Prof. Winfried Perseke und Prof. Dr. Niko Kohls, den Leiter der Coburger Berufsschule I, der Fachschule für Maschinenbautechnik, der Fachoberschule und der Berufsoberschule OStD Gerhard Schmid sowie die Leiterin der Staatlichen Berufsschule II und der Staatlichen Wirtschaftsschule OStD Martina Borcherding. Auch IHK-Vizepräsident Dr. Andreas Engel sowie Mitglieder der Vollversammlung und der Wirtschaftsjunioren nahmen am Festakt teil.