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DIHK veröffentlicht Unternehmensbefragung zum Brexit

Der DIHK hat die Ergebnisse der Sonderauswertung von "Going International" zum Brexit veröffentlicht. Rund 1.500 Unternehmen, die mit dem Vereinigten Königreich geschäftlich in Verbindung stehen, haben an der Umfrage teilgenommen.

Die wesentliche Ergebnisse der Umfrage lauten:

1. Der bevorstehende Brexit ist bereits jetzt eine Belastung für Unternehmen

* Die Sorgen mit Blick auf die weitere Entwicklung sind groß: 70 Prozent der Unternehmen erwarten 2019 eine Verschlechterung ihrer Geschäfte mit Großbritannien.
* Einige Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen. Jedes 8. Unternehmen mit UK-Geschäft plant aktuell eine Verlagerung seiner Investitionen auf andere Märkte. Investitionsverlagerungen aus UK gehen größtenteils nach Deutschland und in andere EU-Länder.

2. Sorgen vor Zöllen und rechtlicher Unsicherheit groß

* Eine konkrete Vorbereitung im Unternehmen ist weiterhin nur begrenzt möglich. Für mehr als die Hälfte der Unternehmen sind die konkreten Auswirkungen des Brexits weiterhin unklar.
* Dreiviertel der Unternehmen sorgen sich vor zusätzlicher Zollbürokratie. Daneben bilden höhere Kosten für Zölle und Einfuhrsteuern sowie die rechtliche Unsicherheit die größten Risikofaktoren.
* Insbesondere KMU stehen vor kostenintensiven Herausforderungen. Ein harter Brexit würde zu Mehrbelastungen durch die zusätzliche Zollbürokratie sowie die Zahlung von Zöllen in Milliardenhöhe führen.

DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier kommentiert die Ergebnisse wie folgt:
Brexit - navigieren ohne Kompass

Der Brexit ist bereits jetzt eine hohe Belastung für die deutschen Unternehmen. Handel und Investitionen befinden sich seit dem Brexit-Referendum auf einem gewissen Rückzug. Fast noch schlimmer ist, dass selbst einen Monat vor dem Austrittsdatum die Betriebe ohne Kompass navigieren müssen. 70 Prozent der Unternehmen erwarten angesichts dessen schlechtere Geschäfte mit dem Vereinigten Königreich. Eine konkrete Vorbereitung auf den Brexit gestaltet sich für eine erhebliche Anzahl der Betriebe trotz intensiver Bemühungen schwierig. Den größten Risikofaktor für ihre Geschäfte sehen die Unternehmen im drohenden Mehraufwand bei der Zollbürokratie. Im ungünstigsten Fall würden bei einem ungeordneten Austritt bis zu 10 Millionen neue Zollanmeldungen notwendig. Hinzu kommen in einem solchen Fall Zölle in Milliardenhöhe Durch den Handel auf WTO-Basis. Rund die Hälfte der Betriebe bereiten sich mit Zollschulungen auf den Brexit vor. Die meisten Unternehmen halten sich jedoch mit kostenintensiven Investitionen in Personal und IT noch zurück. Stattdessen fokussieren sie sich auf Gespräche mit Lieferenten und Kunden. In der Folge der Unsicherheit ziehen sichtlich mehr Betriebe als noch vor einem Jahr Konsequenzen: Jedes achte Unternehmen plant bereits Investitionsverlagerungen - ein Großteil davon nach Deutschland und in die restlichen EU-Staaten. Zu Beginn des letzten Jahres war es noch jedes Zwölfte. Nicht nur der Brexit selbst, sondern auch die nach wie vorherrschende Unsicherheit über die zukünftigen Handelsbeziehungen gehen ganz konkret zu Lasten des Wirtschaftsstandortes Großbritannien. Aber der Ball liegt hier nach wie vor eindeutig bei den Briten.

Brexit Sonderauswertung 2019

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